Heute war der Tag des grossen Überflugs. Was da alles in Form des SharePoint Servers 2010 auf uns zukommt, macht wirklich Spass! Ich verzichte hier nun auf die Aufzählung der Neuerungen, sondern konzentriere mich auf ein Gebiet, die Programmierung.
Die wesentlichsten Neuerungen betreffen die Art wie programmiert wird. WSP Builder, etc. gehören der Vergangenheit an. Es gibt verschiedene Templates für SharePoint Projekte. Diese beinhalten immer alles, was ich für das Entwickeln und Ausrollen von Features brauche. So kann direkt aus der IDE heraus ein Webpart nicht nur WYSIWYG erstellt und kompiliert werden, sondern auch gleich deployt und debuggt. Dies steigert die Produktivität in der Entwicklung enorm.
Sites können als WSP-Templates exportiert und danach in Visual Studio importiert werden.
LINQ to SharePoint ermöglicht den typsicheren Zugriff auf Listen. Neben Intellisense ermöglicht dies auch JOIN Operationen zwischen verschiedenen Listen sowie Projections. Übrigens: Via BCS (Business Connectivity Service, Ablösung von BDC) eingebundene LOB-Daten werden wie externe Listen behandelt und können demnach auch in solche Queries eingebunden werden.
CAML für Views ist vorbei. Ersetzt werden diese durch XSLT DataViews (haben wir ja schon lange gefordert!).
SharePoint kann nun auch unter Windows 7 oder Vista, jeweils 64Bit, laufen. Dies steht jedoch nur für die Programmierung zur Verfügung (Produktion muss immer auf Windows Server laufen). Somit kann unter Umständen auf Entwicklerimages verzichtet werden.
Über das REST-API können alle SharePoint Daten via ADO.NET Data Services gelesen werden. Das Client Object Modell ermöglicht Clientanwendungen auf Basis von SilverLight, WPF oder Winforms einen sehr einfachen Zugriff auf fast alle SharePoint Objekte.
Die "Developer Dashboard View" gibt einen sehr schnellen Überblick worauf die Seite und die darin enthaltenen Webparts zugreifen und wie lange dafür gebraucht wird.
Sandboxed Solutions ermöglicht Solutions auf eine sichere Art in eine Serverfarm zu bringen. Durch Monitoring können so schädliche Einflüsse erkannt und die entsprechenden Solutions gesperrt werden. Dies erlaubt z.B. auch auf SharePoint Online (BPOS) die eigenen Solutions zu installieren. Der Zugriff auf die SharePoint DLL wird jedoch eingeschränkt, was zur Folge hat, dass nicht alle Funktionen daraus auch zur Verfügung stehen.
Und nun noch der Wermutstropfen: Alle Neuerungen sind natürlich nur in Kombination von SharePoint 2010 und Visual Studio 2010 verfügbar! Ist eines dieser beiden Produkte eine ältere Version, so bleibt alles beim Alten.
Listen können neu auch mehrere Spalten aus einer Lookup-Liste darstellen. Zudem wird es möglich auch die Relationen zu deklarieren. Dabei kann entweder Cascading Delete angewendet werden oder ein Löschen wird verhindert. Dies wird mittels SQL Server Transaction sichergestellt.
Morgen gibt es mehr brandaktuelle Neuheiten!